Beschreibung
Einleitung
Melanotan bezeichnet synthetische Peptide. Diese Peptide ahmen das körpereigene Melanozyten-stimulierende Hormon (α-MSH) nach. Ziel ist es, die Hautpigmentierung anzuregen. Es gibt zwei Haupttypen: Melanotan I und II. Melanotan II ist die gebräuchlichere Variante. Allerdings birgt es erhebliche Risiken. Dazu gehört ein potenzielles Risiko für Melanome. Im Folgenden wird die typische Anwendung durch Selbstverabreichung beschrieben. Medizinische Fachkräfte raten dringend davon ab.
Rekonstitution von Melanotan (Zubereitung)
Melanotan wird üblicherweise als lyophilisiertes (gefriergetrocknetes) Pulver verkauft. Es befindet sich in einer Durchstechflasche. Das Pulver muss vor der Injektion mit bakteriostatischem Wasser gemischt werden. Ein Standardprotokoll sieht das Mischen einer 10-mg-Durchstechflasche Melanotan II vor. Dazu verwendet man 2 ml bis 5 ml bakteriostatisches Wasser. Ein Beispiel: Sie fügen 2 ml Wasser hinzu. Dann entspricht eine 0,1-ml-Injektion (10 Einheiten) mit einer Insulinspritze 500 µg des Peptids.
Melanotan-Dosierungsprotokolle
Die Dosierung variiert. Sie hängt von der Verträglichkeit und der gewünschten Wirkung ab. Die Standardbereiche basieren auf Erfahrungsberichten von Anwendern. Auch Peptidmonographien dienen als Grundlage. Anwender sollten mit einer Anfangsdosis zwischen 50 µg und 250 µg beginnen. So testen Sie Übelkeit und Hautrötungen. Um eine Bräune aufzubauen, ist eine Ladephase üblich. Diese besteht aus täglichen Dosen zwischen 200 µg und 500 µg. Die Injektion erfolgt subkutan. Die Ladephase dauert 10 bis 14 Tage. Sobald die gewünschte Bräune erreicht ist, beginnt die Erhaltungsphase. Die Dosis wird auf 100 µg bis 500 µg reduziert. Die Verabreichung erfolgt 2- bis 3-mal pro Woche.
Anwendung (subkutane Injektion)
Die Standardanwendung ist die subkutane (s.c.) Injektion. Das Medikament wird in das Fettgewebe gespritzt. Die häufigste Injektionsstelle ist der Bauch. Genauer: die Fettschicht um den Bauchnabel. Standardmäßig verwendet man Insulinspritzen (29–31 Gauge, 0,5 ml oder 1 ml). Die Injektionstechnik umfasst mehrere Schritte. Zuerst drücken Sie die Haut zusammen. Dann führen Sie die Nadel in einem 45-Grad-Winkel ein. Anschließend injizieren Sie langsam. Zuletzt ziehen Sie die Nadel heraus. Beachten Sie den Zeitpunkt in Verbindung mit UV-Strahlung. Anwender berichten von den besten Ergebnissen bei einer Injektion 30 Minuten vor der UV-Bestrahlung. Das kann Sonnenlicht oder ein Solarium sein. Das Peptid zirkuliert dann im Körper. Es aktiviert die Melanozyten genau dann, wenn die UV-Strahlung auf sie trifft.
Zyklus und Dauer
Der Körper kann eine Toleranz entwickeln. Auch das Risiko übermäßigen Muttermalwachstums besteht. Daher wird das Medikament häufig in Zyklen angewendet. Ein typischer Zyklus dauert 4 bis 8 Wochen. Das ist die aktive Anwendung (Ladephase plus Erhaltungsphase). Nach Erreichen der gewünschten Bräune setzen Anwender die Injektionen oft vollständig aus. Diese Pause dauert 4 bis 6 Wochen. In dieser Zeit verblasst die Bräune auf natürliche Weise. Grund ist die Ablösung der Hautzellen. Erfahrungsberichte deuten auf eine nachlassende Langzeitwirkung hin (nach Monaten oder Jahren). Dann sind höhere Dosen erforderlich, um den gleichen Bräunungseffekt zu erzielen.
Wichtigste Unterschiede: Melanotan I vs. II
Der Markt fokussiert sich derzeit hauptsächlich auf Melanotan II. Diese Substanz unterscheidet sich jedoch vom zugelassenen Medikament Melanotan I. Melanotan I ist auch bekannt als Afamelanotid oder Scenesse. Es wird medizinisch zur Behandlung von EPP eingesetzt. In den USA und der EU ist es zugelassen. Melanotan II hingegen wird für die nicht regulierte kosmetische Bräunung verwendet. Die Nebenwirkungen unterscheiden sich. Melanotan I verursacht vor allem Übelkeit und Hautrötungen. Melanotan II verursacht zusätzlich spontane Erektionen, Libidoveränderungen und Appetithemmung. Auch die Dosierung ist unterschiedlich. Melanotan I wird als Depot-Implantat eingesetzt (medizinische Anwendung). Melanotan II erfordert tägliche oder zweimal wöchentliche Injektionen. Ein letzter Unterschied betrifft das zentrale Nervensystem. Melanotan I hat nur minimale Auswirkungen darauf, da es die Blut-Hirn-Schranke schlecht überwindet. Melanotan II passiert die Blut-Hirn-Schranke leicht. Dadurch beeinflusst es Appetit und Libido.
Fazit
Der „Standard“-Zyklus besteht aus einer zweiwöchigen Ladephase. Sie umfasst 200–500 µg täglich. Danach folgt eine Erhaltungsphase. Hier werden 100–500 µg 2–3 Mal wöchentlich verabreicht. Alle medizinischen Fachgesellschaften warnen jedoch. Dieses Medikament ist illegal und unreguliert. Es birgt ein Krebsrisiko.






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